Projektbeschreibung

RefuDat - Vergleichsdatenbank für die quantitative Forschung zu Gesundheit und gesundheitlicher Versorgung Geflüchteter

Ziel des Projektes ist der Aufbau einer Datenbank in Deutschland verfügbarer gesundheitsbezogener Datenquellen, die eine Differenzierung nach Migrationshintergrund (einschließlich Flucht) ermöglichen.
Die Datenbank vereinfacht die Durchführung empirischer Analysen gesundheitlicher Ungleichheiten, die mit dem Heterogenitätsmerkmal Migrationshintergrund (einschließlich Flucht) in Verbindung stehen. Neben den Eckdaten der Studien (Datenhalter, Jahr der Erhebung(en), Definition der Zielgruppen MigrantInnen und/oder Geflüchtete, einbezogenen Bevölkerungsgruppen, soziodemgrafische Variablen, Datenzugang) sollen auch ausführliche Informationen zu den erhobenen Gesundheitsindikatoren aufgenommen werden.

Berücksichtigt werden sollen alle Datenquellen, die als Basis entweder die Gesamtbevölkerung, eine spezifische Teilbevölkerung (z.B. Asylbewerberstatistik) oder aber eine repräsentative Stichprobe der Gesamt- oder der Teilbevölkerung sind.
Die Datenbank soll ForscherInnen und PraktikerInnen zur Verfügung stehen, die für eigene gesundheitswissenschaftliche Studien oder Projekte Referenzwerte oder Vergleichsgruppen benötigen. Dazu gehören Versorgungsforschungsprojekte mit der Zielgruppe Geflüchtete. Die Anwendungsmöglichkeiten gehen jedoch weit über diesen Bereich hinaus und umfassen auch weitere zukünftige Forschungsvorhaben, in welchen auf quantitative gesundheitsbezogene Daten zurückgegriffen werden muss, die getrennt für MigrantInnen und Nicht-MigrantInnen vorliegen.

Von besonderer Bedeutung ist die Sammlung für die Kohorte, die im Rahmen des Fortschrittskollegs FlüGe aufgebaut wird. Im Rahmen des Fortschrittskollegs werden ca. 1.000 Geflüchtete rekrutiert. Die Sammlung stellt eine wichtige Quelle für vergleichende Analysen zwischen der Geflüchteten-Kohorte und der Gesamtbevölkerung oder spezifischen Teilbevölkerungen dar.
Das Vorhaben trägt erheblich zur Verbesserung der Forschungsinfrastruktur – sowohl für die Bielefeld ForscherInnen, aber auch darüber hinaus – bei. Der Forschungsschwerpunkt zu „Flucht und Gesundheit“ an der Fakultät für Gesundheitswissenschaften der Universität Bielefeld wird dadurch weiter ausgebaut.